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Eisen­mangel während der Schwanger­schaft – Erhöhtes Risiko?

Du bist ständig müde, nervös, blass und du hast Schwierig­keiten dich zu konzen­trieren? Der eigene Eisen­wert ist essenziell für Kind und Mut­ter. 

Da Frauen im gebärfähigen Alter generell häufiger von einem Eisenmangel betroffen sind, fallen auch Schwangere in diese Risikogruppe. Zusätzlich haben Schwangere einen erhöhten Bedarf an Eisen, da das Blutvolumen zunimmt und Fötus sowie Mutterkuchen mit Eisen versorgt werden müssen.

Eisen­mangel stellt ein erhöhtes Risiko dar

Während der Schwangerschaft fällt die Periode aus. Das heißt, dass Frauen zwar einen erhöhten Eisenbedarf haben, um den heranwachsenden Fötus versorgen zu können, aber auch der monatliche Blutverlust von etwa 60-80 ml ausbleibt.2

Wie kann ich selbst für einen guten Eisenwert sorgen?

Grundsätzlich gilt, dass Schwangere kein Eisen supplementieren müssen. Das äußerte so auch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde.3 Grund ist, dass Eisen sich im Körper ansammelt, wenn es nicht regelmäßig durch die Monatsblutung ausgeschieden wird. Vergleichbar ist das mit Frauen in der Menopause. Sie haben keinen regelmäßigen Blutverlust. Daher kann übermäßiger Eisenverzehr gesundheitliche Nachteile haben.
Anders ist es, wenn Frauen bereits mit einem sehr niedrigen Eisenstatus oder sogar einem Eisenmangel schwanger werden. Dieser muss auf jeden Fall ärztlich diagnostiziert sein. Dann sollte auch während einer Schwangerschaft Eisen durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, damit Mutter und Kind gut versorgt sind.1

Wieso ist mein Eisen­wert so wichtig für mein Kind und die Schwanger­schaft?

Ein Eisenmangel in der Schwangerschaft wird mit gesteigerter Infektanfälligkeit, einem geringen Geburtsgewicht und Frühgeburten assoziiert. Auch eine erhöhte Sterberate der Mütter wird mit einem Eisenmangel während der Schwangerschaft in Zusammenhang gebracht.4

 

Quellen
(1) Koletzko, B.; Cremer, M.; Flothkötter, M.; Graf, C.; Hauner, H.; Hellmers, C.; Kersting, M.; Krawinkel, M.; Przyrembel, H.; Röbl-Mathieu, M.; Schiffner, U.; Vetter, K.; Weißenborn, A.; Wöckel, A. Diet and Lifestyle Before and During Pregnancy - Practical Recommendations of the Germany-wide Healthy Start - Young Family Network, Geburtshilfe und Frauenheilkunde. 2018, 78, pp. 1262–1282.
(2) pro familia Familienplanungsrundbrief: Ausgabe Dezember 2000. https://www.profamilia.de/fileadmin/dateien/fachpersonal/04-00-menstruation.pdf. Wednesday, May 12, 2021.
(3) European Food Safety Authority Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iron, 2015. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2015.4254. Wednesday, May 12, 2021.
(4) Biesalski H-K; Bischoff SC; Pirlich M et al. (eds), Eds. Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer; Georg Thieme Verlag, Stuttgart; New York, 2018.

 

Hemmer der Eisen­aufnahme. Wie führen Medi­ka­mente zu einem Eisenmangel?

Manche Medikamente können den Eisenhaushalt beeinflussen. Bei welchen Arzneimitteln ist Achtung geboten?

Zum Alltag vieler Menschen gehört die regelmäßige Einnahme von Arzneimitteln. Doch die heilende Wirkung kommt selten ohne Nebenwirkung. Oft wird auch der Mikronähstoffhaushalt beeinflusst. Manche Medikamente erfordern bei Langzeiteinnahme zusätzliche Zufuhr von Eisen.

Aspirin kann die Eisenaufnahme bei Langzeiteinnahme stören

Aspirin ist in fast jedem Haushalt zu finden. Die meisten nutzen es für die schnelle Linderung von Beschwerden. Manche Menschen müssen es jedoch langfristig einnehmen. Dann kann die Eisenaufnahme im Körper beeinträchtigt werden. Außerdem können durch die langfristige Einnahme von Aspirin nicht sichtbare Mikroblutungen entstehen und damit zu einem Eisenverlust beitragen. 1 

Protonen-Pumpen-Hemmer stören die Aufnahme

Auf Protonen-Pumpen-Hemmer (PPI) entfallen 60 % des Umsatzes der verkauften Magen-Darm-Mittel. Sie hemmen die Aufnahme des pflanzlichen Nicht-Hämeisens. Das ist besonders für Frauen vor der Menopause und Vegetarierïnnen wichtig, die auf das zusätzliche Eisen aus pflanzlicher Kost angewiesen sind. Bei langfristiger Einnahme von PPIs sollten Risikogruppen daher dringend ihren Eisenspiegel testen lassen.1

Bei Gichtmittel Allopurinol keine Eisensupplemente!

Gicht erfordert eine Therapie mit Allopurinol, das die Harnsäurebildung hemmt. Es hat als Nebenwirkung die Eisenansammlung in der Leber zur Folge. Dadurch wird das Risiko für Schädigungen der Leberzellen erhöht. Die zusätzliche Gabe von Eisen mittels Eisenpräparaten sollte deshalb unbedingt vermieden werden!1

Achtung bei Medikamenteneinnahme

Die genannten Beispiele zeigen, dass man bei bestimmten Arzneimitteln auf seinen Eisenhaushalt achten muss. Wenn du langzeitig Medikamente einnehmen solltest, bietet es sich an, mit der/dem behandelnden Ärztïn über deinen Mikronährstoffhaushalt zu sprechen. Denn auch andere Mikronährstoffe können neben Eisen betroffen sein.

 

Quellen
(1) Gröber, U., Ed. Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung, 2nd ed.; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.

 

Symptome eines Eisenmangels

Eisenmangel: Wie äußert sich eine Unterversorgung mit Eisen?

Viele Frauen haben zu niedrige Eisenspiegel im Blut, ohne zunächst überhaupt etwas davon zu ahnen. Die Vielzahl der Symptome beginnt bei unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit und äußert sich in späteren Stadien sichtbar durch Haarausfall.

Was können Anzeichen für einen Eisenmangel sein? Wann sollte ich meine Blutwerte überprüfen lassen?

Viele Frauen haben zu niedrige Eisenspiegel im Blut, ohne zunächst überhaupt etwas davon zu ahnen. Die Vielzahl der Symptome beginnt bei unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit und äußert sich in späteren Stadien sichtbar durch Haarausfall.

Eisenverluste müssen durch die Nahrung ausgeglichen werden

Für eine optimale Versorgung des Körpers mit Eisen sollte sich die Zufuhr am Geschlecht, dem Alter, der Lebenssituation sowie an den individuellen Essgewohnheiten orientieren. Fest steht, dass der Körper nicht in der Lage ist, das Spurenelement selbst zu produzieren, weshalb die täglichen Verluste zunächst über die Nahrung ausgeglichen werden müssen. Liegt der Nachschub von Nahrungseisen längerfristig unter dem Bedarf, gerät der Körper in eine Eisenmangelsituation, die viele Mechanismen beeinträchtigt oder gänzlich stoppt.

Symptome des Eisenmangels

Bleibt diese Situation unbeachtet und ändern sich dazu noch die Lebensgewohnheiten, können sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten. Dessen Vielfalt reflektiert wie ein Spiegel jene zahlreichen Funktionen des Eisens und zeigt unmissverständlich, dass wichtige Vorgänge im Körper bei einer Unterversorgung nicht mehr verlässlich ablaufen oder gar einen gesundheitsgefährdenden Kurs einschlagen können. Der Eisenmangel an sich und seine vielgestaltigen Symptome erscheinen zunächst vergleichsweise allgemein, weshalb ein direkter Verdacht auf das Fehlen dieses Spurenelementes unter Umständen erst spät in Erwägung gezogen wird. Wer denkt schon bei Müdigkeit oder rascher Erschöpfung in Verbindung mit Störungen der Konzentration, Gedächtnisleistung oder Aufmerksamkeit gleich an einen Eisenmangel? Spezifischer wird es, wenn sich zudem Haarausfall, brüchige Nägel, blasse Haut und eingerissene Mundwinkel hinzukommen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit den Alltag bestimmt. Diese Anzeichen sind typisch für eine Eisenunterversorgung und es sollte gerade bei längerer Beschwerdedauer der Rat eines Arztes/ einer Ärztin hinzugezogen werden.

Diagnose Eisenmangel. Und nun?

Über die Ernährung allein kann ein bestehender Eisenmangel häufig nicht ausgeglichen werden. Frauen und Männer haben tägliche Eisenverluste, die mit einer eisenreichen Ernährung ausgeglichen werden können. Frauen, die menstruieren, verlieren allerdings mit jeder Periode zusätzliche Mengen an Eisen. Die menstrualen Eisenverluste und gleichzeitig einen Mangel mit der Ernährung auszugleichen, gelingt selten. Eisen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist das Mittel der Wahl, um die Eisenspeicher zu füllen. Es gibt sie in allen möglichen Formen und Verbindungen: Tropfen, Lutschtabletten, Brausetabletten und Pulver.

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Inhalts­­stoffe

Hinter der Bezeichnung Eisen verbergen sich mehrere biochemische Verbindungen. Eisencarbonat, Eisencitrat, Eisenammoniumcitrat, Eisengluconat, Eisenfumarat, Eisennatriumdiphosphat, Eisenlactat, Eisensulphat, Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat), Eisensaccharat und elementares Eisen. Alle diese Verbindungen dürfen in Nahrungsergänzungsmitteln laut Richtlinien der EU enthalten sein.1 

Nicht alle Verbindungen tragen effektiv zur Eisenversorgung bei

Die Verbindungen Eisensulphat und Eisenfumarat haben eine relative Bioverfügbarkeit von 100. Das bedeutet, sie werden sehr gut im Darm aufgenommen. Eisengluconat, Eisensaccharat und Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat) haben immerhin eine relative Bioverfügbarkeit von mehr als 74. Es wird immer noch ein großer Anteil des Eisens im Darm aufgenommen.
Eisenammoniumcitrat, Eisenlactat und elementares Eisen werden hingegen in deutlich geringeren Mengen im Darm verwertet und zu einem großen Anteil einfach wieder mit dem Stuhl ausgeschieden.2

Ver­schiedene Designs

Eisenpräparate gibt es in allen Farben und Formen. Es gibt sie als Tropfen, Tabletten, Lutschtabletten, Öl, Granulat und als Pulver.
Die meisten Frauen haben bereits ein- oder mehrere Male in Ihrem Leben ein Präparat, meist in Tablettenform, verschrieben bekommen. Es ist keine Seltenheit, dass die Einnahme oft mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden einher geht.
Auch der charakteristische „blutige“ Eisengeschmack macht sich bei vielen Produkten bemerkbar.

Diese Eisen­form ist besonders verträglich

Die Praxis der Anwendung hat gezeigt, dass Präparate in Pulverform mit Geschmacksstoffen sehr angenehm schmecken. Noch dazu gibt es einige Produkte, die eine Mikroverkapselung um das Eisen haben. Dadurch wird das umhüllte Eisen zunächst in den Dünndarm transportiert und dort langsam Stück für Stück verfügbar und vom Darm aufgenommen. Ähnlich wie es auch passiert, wenn Eisen in der Nahrung enthalten ist. Dadurch ist es sehr gut verträglich. Ein Beispiel ist das mikroverkapselte Eisenfumarat. Wichtig ist auch, dass es in der verkapselten Form genau so gut wie ohne Verkapselung im Darm aufgenommen wird.2

 

Quellen
(1) Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union (10.06.2002) Richtline 2002/46/EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel.
(2) World Health Organisation and Food and Agricultural Organisation of the United Nations Guidelines on food fortification with micronutrients. 2006.