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Konsequenzen und Behandlung der Eisenüberladung (Blogserie Teil 3)

Eisenmangel Ratgeber

Veröffentlicht am
22. Februar 2023

 

Die Dosis macht das Gift…

…dieses berühmte Zitat von Paracelsus trifft auch auf das Eisen sehr gut zu. Denn die schädliche Wirkung tritt erst ein, wenn eine bestimmte Schwelle überschritten wird. Erfahre hier, wie sich eine akute und chronische Eisenvergiftung äußern und was genau so schädlich an zu viel Eisen ist. In unserem letzten Blogpost der Eisenüberladungs-Serie gehen wir auch darauf ein, wie man zu viel Eisen wieder loswird.

Warum ist zu viel Eisen schädlich?

Im ersten Blogpost dieser Serie wurde bereits angeschnitten, dass freies, überschüssiges Eisen leicht zwischen der zweiwertigen und dreiwertigen Form wechseln und dadurch biochemische Reaktionen auslösen kann. Dabei entstehen schädliche Reaktive Sauerstoffspezies, auch als freie Radikale bekannt.

Außerdem ist Eisen ein Nährstoff für krankheitserregende Bakterien im Verdauungstrakt und erhöht das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs. Auch eine Schädigung der Blutgefäße wird diskutiert.1 

Sehr empfindlich reagiert das Hormonsystem auf eine Eisenüberladung. Das bekommen vor allem Männer zu spüren. Eine schwere Eisenüberladung wirkt sich negativ auf deren Sexualhormone, Fruchtbarkeit und Sexualfunktion aus. Damit ist die Fortpflanzungsgesundheit in allen Bereichen beeinträchtigt.2 

Akute Vergiftung

Eine akute Vergiftung durch Eisen ist sehr selten und kommt nur bei extremen Überdosen auf, die versehentlich eingenommen werden.3  Dosen bis zu 20 mg Eisen je Kilo Körpergewicht sind ungefährlich, darüber hinaus wird es kritisch. Bei mehr als 180 mg kann die Dosis bereits tödlich sein.

Erste Anzeichen für eine akute Eisenvergiftung sind das Erbrechen von Blut und blutiger Durchfall, gefolgt von einem mehrstündigen symptomfreien Intervall. Wenn nicht gehandelt wird, kommt es zu Vergiftungserscheinungen diverser Organe (Herzinsuffizienz, Organversagen, Schädigungen des zentralen Nervensystems etc.).4 

Chronische Vergiftung

Zu einer chronischen Vergiftung mit Eisen kommt es durch eine langfristige Einnahme hochdosierter Eisenpräparate (150 – 1200 mg pro Tag), ohne dass es einen Bedarf zur Einnahme gibt. Die Konsequenzen sind fatal und reichen von Diabetes über Herzinsuffizienz bis hin zur Leberzirrhose. Dazu kann es ab einer überschrittenen Schwelle von 28 g Eisen kommen, das sich angesammelt hat.4

Eisenpräparate sollten daher nur eingenommen werden, wenn sie auch wirklich benötigt werden und der Eisenstatus durch ein Blutbild abgeklärt wurde! Dann lässt sich eine Eisenüberladung ohne Weiteres vermeiden. Anders sieht es aus, wenn eine Eisenüberladung aufgrund von Erkrankungen verursacht wird – dazu haben wir in diesem Blogpost bereits berichtet.

Wie wird man das überschüssige Eisen wieder los?

Überschüssiges Eisen kann auch wieder aus dem Körper entfernt werden. Das kann zum einen durch wiederholten Aderlass, also dem Ablassen von Blut, gelingen. Tatsächlich wird diese Methode heutzutage noch eingesetzt, die früher für alles Mögliche in der Medizin eingesetzt wurde und nicht unumstritten war!

Zudem kann Eisen medikamentös durch die Gabe von Chelatoren entfernt werden. Diese binden das überschüssiges Eisen zu einem Komplex, der anschließend ausgeschieden werden kann.3 

Quellen
(1) Schümann, K.; Ettle, T.; Szegner, B.; Elsenhans, B.; Solomons, N. W. Risiken und Nutzen der Eisensupplementation: Empfehlungen zur Eisenaufnahme kritisch betrachtet, Perspectives in Medicine. 2014, 2, pp. 19–39.
(2)  Gabrielsen, J. S.; Lamb, D. J.; Lipshultz, L. I. Iron and a Man's Reproductive Health: the Good, the Bad, and the Ugly, Current urology reports. 2018, 19, p. 60.
(3) Biesalski H-K; Bischoff SC; Pirlich M et al. (eds), Eds. Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer; Georg Thieme Verlag, Stuttgart; New York, 2018.
(4) Biesalski, H. K. Vitamine, Spurenelemente und Minerale. Indikation, Diagnostik, Therapie, 2nd ed.; Georg Thieme Verlag: Stuttgart, 2019.
 

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