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Eisen­­mangel während der Still­­zeit – Eisen­­zufuhr nötig?

Wieso ist der eigene Eisenwert auch während der Stillzeit so wichtig für mich und mein Kind?

Genau wie in der Schwangerschaft ist auch in der Stillzeit der Eisenbedarf der Mutter erhöht, weil sie das Kind mitversorgen muss. Allerdings setzt die Regelblutung oft nach einigen Monaten Stillzeit erst wieder ein.

Keine erhöhte Eisenzufuhr nötig

Durch das Ausbleiben der Regelblutung nach einer Schwangerschaft entfällt, wie in der Schwangerschaft auch, noch eine Zeit lang der monatliche Blutverlust. Zudem wird in einer Mangelsituation bis zu 80 % mehr Eisen aus der Nahrung aufgenommen.Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt, genau wie bei Schwangeren, daher keine erhöhte Eisenzufuhr.

Die finale Entscheidung trifft der Arzt

Besteht ein ärztlich diagnostizierter Mangel, sollte auch während der Stillzeit mit Nahrungsergänzungsmitteln die Eisenzufuhr gesichert werden.
Auch wenn während der Schwangerschaft kein Eisenmangel bestand, kommt es vor, dass die Eisenspeicher nach der Entbindung leer sind. Eine ärztliche Untersuchung nach der Geburt gibt hierüber Aufschluss.

 

Quellen:
(1) Schmiedel, V., Ed. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ernährungs, Diagnostik und Nährstofftherapie; Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2019.
(2) European Food Safety Authority Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iron, 2015. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2015.4254. Wednesday, May 12, 2021.

 

Eisen­bedarf im Sport

Sport fordert den Körper

Bewegung macht Menschen nachweislich glücklich. Körperliche Bewegung und Sport sind außerdem wichtig für unsere Gesundheit. Manche Menschen fordern sich beim Sport sogar regelmäßig bis an ihre körperlichen Grenzen heraus. Ein auf diese Art geforderter Körper hat aber auch besondere Bedürfnisse.

Sport und Eisen

Um Muskeln aufbauen zu können, müssen einige Faktoren erfüllt werden. Erstens müssen wir unsere Muskeln mehr beanspruchen, als wir es im Normalfall tun würden, denn sonst hat der Körper keinen Grund dazu, sie aufzubauen. Unser Körper spart Energie, wo er kann, und Muskeln, die nicht genutzt werden, werden auch wieder abgebaut. Zweitens brauchen Muskeln Nahrung. Zum Beispiel in Form von Eiweiß, aber auch in Form von Kohlenhydraten, um arbeiten zu können. Und natürlich brauchen wir ordentlich Puste, um unsere Muskeln sportlich zu betätigen. Mut Puste ist die Sauerstoffversorgung des Körpers gemeint. Dieser wird mit dem Blut durch den Körper transportiert. Je höher unsere Sauerstoffaufnahmekapazität im Blut ist, desto bessere sportliche Leistungen können wir vollbringen.
Eisen spielt beim Sauerstofftransport eine zentrale Rolle. Es ist Teil der roten Blutkörperchen, an die die Sauerstoffmoleküle gebunden wird. Deshalb ist für eine gute sportliche Leistung und den Aufbau unserer Muskeln eine gute Versorgung mit Eisen essenziell.

Eisenversorgung für den (Denk-)Sport

Für eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sollten die Eisenspeicherwerte allerdings 40-50 ng/ml betragen. Studien mit Leistungssportlerïnnen zeigten, dass gut gefüllte Ferritinspeicher zu einer verbesserten maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität im Blut führen und damit mit der körperlichen Leistungsfähigkeit in direkter Verbindung stehen.1 

Doch bei der Eisenversorgung geht es nicht nur um körperlichen, sondern auch um den Denksport. Studien mit Schulkindern und Jugendlichen zeigten, dass die geistige Leistung in Mathematik sowie die Konzentrationsfähigkeit nach Auffüllen der Eisenspeicher gesteigert war.2,3  

Leistungssportlerïnnen

Wenn ein Körper dauerhaft extreme Leistung vollbringen muss, braucht er mehr Mikronährstoffe. Zudem entstehen höhere Eisenverluste unter anderem auch in Folge von Mikroblutungen. Leistungssportlerïnnen sollten daher regelmäßig ihre Eisenwerte im Blut überprüfen lassen und bei Notwendigkeit mit Eisenpräparaten dafür sorgen, dass ihre Eisenspeicher gut gefüllt sind, damit eine maximale körperliche Leistung möglich ist.1

 

Quellen
(1) Burden, R. J.; Morton, K.; Richards, T.; Whyte, G. P.; Pedlar, C. R. Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis, British journal of sports medicine. 2015, 49, pp. 1389–1397.
(2) Bruner, A. B.; Joffe, A.; Duggan, A. K.; Casella, J. F.; Brandt, J. Randomised study of cognitive effects of iron supplementation in non-anaemic iron-deficient adolescent girls, Lancet (London, England). 1996, 348, pp. 992–996. 

(3) Halterman, J. S.; Kaczorowski, J. M.; Aligne, C. A.; Auinger, P.; Szilagyi, P. G. Iron Deficiency and Cognitive Achievement Among School-Aged Children and Adolescents in the United States, Pediatrics. 2001, 107, pp. 1381–1386. 

 

Eisenmangel Risikogruppen. Wer muss besonders auf seinen Eisenstatus achten?

Einige Menschen haben ein höheres Risiko als andere einen Eisenmangel zu erleiden

Bestimme Personengruppen erleiden aufgrund ihres Alters, Geschlechts oder ihrer Lebensweise häufiger einen Eisenmangel als andere. Erfahre, wer besonders aufmerksam bei seiner Eisenversorgung sein sollte.

Frauen sollten auf eine gute Eisenzufuhr achten

Vor allem im gebärfähigen Alter, also von der Pubertät bis zu den Wechseljahren, sind Frauen häufiger von Eisenmangel betroffen als Männer des gleichen Alters. Das hat verschiedene Gründe.

Zunächst einmal scheiden Frauen schon durch den Blutverlust während der Regelblutung monatlich etwa 15 mg Eisen aus. Dazu kommen die alltäglichen Eisenverluste durch Ausscheidung des Körpers. Frauen haben also höhere Eisenverluste als Männer.1 

Hinzu kommt, dass Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt deutlich weniger Eisen aufnehmen als Männer. Insgesamt erreichen nur 42 % aller Frauen die empfohlene tägliche Eisenzufuhr.2  

Vegetarier- und Veganerïnnen

Bei einer überwiegend oder sogar strikt pflanzlichen Ernährungsweise muss streng darauf geachtet werden, dass genügend Eisen zugeführt wird. Besonders bei menstruierenden Frauen, die vegetarisch oder vegan leben, tritt in den meisten Fällen ein Eisenmangel ein. Am besten ist es also, regelmäßig kleine Tagesdosen Eisen zuzuführen, wenn die Entscheidung für eine pflanzliche Ernährungsweise getroffen wird.

Männer, die sich viele Jahre strikt vegan ernähren und eventuell regelmäßig zusätzlich Blut spenden, sollten Rücksprache mit dem/der behandelnden Ärztïn halten. Einige vegan lebende Männer werden anhand ihres Blutbildes feststellen, dass das mit der Nahrung zugeführte Eisen nicht ausreicht. Für sie bietet es sich dann ebenfalls an, Basispräparate mit niedrig dosiertem Eisen zuzuführen. An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass die regelmäßige ärztliche Kontrolle und Rücksprache unbedingt erfolgen muss, denn Männer sammeln Eisen im Körper an. Zu hohe Eisenwerte können sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Schwangere und Stillende

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Eisenbedarf erhöht. Viele Frauen haben einen sehr niedrigen Eisenstatus, der zusammen für Mutter und Kind knapp werden wird. Im Falle eines Mangels droht die Unterversorgung von Mutter und Kind mit Eisen. Da der Körper aber in einer Mangelsituation bis zu 80 % mehr Eisen aus der Nahrung aufgenimmt,empfiehlt die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, genau wie bei Schwangeren, keine erhöhte Eisenzufuhr.4 Ein Verdacht auf einen Eisenmangel in der Schwangerschaft muss also immer per Blutbild abgeklärt und dann gegebenenfalls erst behandelt werden.

Leistungssportlerïnnen

Wenn ein Körper dauerhaft extreme Leistung vollbringen muss, braucht er mehr Mikronährstoffe. Zudem entstehen höhere Eisenverluste unter anderem auch in Folge von Mikroblutungen. Leistungssportlerïnnen sollten daher regelmäßig ihre Eisenwerte im Blut überprüfen lassen und bei Notwendigkeit mit Eisenpräparaten dafür sorgen, dass ihre Eisenspeicher gut gefüllt sind, damit eine maximale körperliche Leistung möglich ist.⁵

Menschen 70+ Jahre

Menschen, die bereits ein höheres Lebensalter erreicht haben und sich oft abgeschlagen oder müde fühlen, profitieren von einer Mikronährstoffbasisversorgung. Es gibt mehrere Faktoren, die zu einem Mikronährstoffmangel beitragen können. Häufig erhöht sich mit dem Alter auch die Anzahl an Medikamenten, die genommen werden. Medikamente sind häufig Mikronährstoffräuber oder entfalten Ihre Wirkung besser, wenn bestimmte Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind.6 Zudem verringert sich mit steigendem Alter zumeist die Aufnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe. Bei einigen Menschen kommt es auch zu regelmäßigen leichten Mikroblutungen im Körper, die unbemerkt bleiben. Dadurch bleibt gleichzeitig der erhöhte Eisenverlust maskiert. Ein Blutbild, das die Mikronährstoffversorgung untersucht, gibt Aufschluss- auch auf einen erhöhten Eisenbedarf. Bei einem erhöhten Eisenbedarf bietet es sich dann an, ein Kombipräparat mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen zu kaufen, dass niedrig dosiertes Eisen enthält. So muss statt 10 Pillen nur eine genommen werden.

Menschen, bei denen Teile des Dünndarms entfernt wurden

Bei Patientïnnen, die sich einem sogenannten Adipositas-chirurgischem Eingriff unterzogen haben, ist zumeist ein Teil des Dünndarms operativ entfernt worden. Dadurch besteht weniger Möglichkeit, dass Eisen im Darm effektiv aufgenommen werden kann.
Manchmal sind auch Teile des Darms erkrankt und müssen entfernt werden. Davon sind zum Beispiel Patientïnnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen betroffen. Auch sie sollten ihrem Eisenspiegel besondere Aufmerksamkeit schenken.
Hier ist wichtig, dass es nicht nur um Eisen geht, sondern um sämtliche Vitamine und Spurenelemente. Ausführliche fachlich kompetente Aufklärung ist unablässig.

Patientïnnen mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Menschen, die unter Herzschwäche leiden, entwickeln häufig einen Eisenmangel. Auch bei ihnen sollte der Eisenwert regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls Eisenpräparate zugeführt werden.

 

Quellen
(1) Elmadfta I; Leitzmann C, Eds. Ernährung des Menschen. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage; Ulmer Verlag, Stuttgart, 2015.
(2) Max-Rubner Institut Nationale Verzehrsstudie II: Ergebnisbericht, Teil 2, 2008. https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf. 

(3) Schmiedel, V., Ed. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ernährungs, Diagnostik und Nährstofftherapie; Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2019. 

(4) European Food Safety Authority Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iron, 2015. https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/j.efsa.2015.4254. Wednesday, May 12, 2021. 

(5) Burden, R. J.; Morton, K.; Richards, T.; Whyte, G. P.; Pedlar, C. R. Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis, British journal of sports medicine. 2015, 49, pp. 1389–1397. 

(6) Gröber, U., Ed. Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung, 2nd ed.; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. 

Gesunde Ernährung. Wie führe ich ausreichend Eisen über die Nahrung zu?

Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen? Wie kann ich über eine ausgewogene Ernährung meinen Eisenbedarf decken?

Jeden Tag lesen wir verschiedene Informationen zum Thema Ernährung. Manchmal kann das ganz schön überfordernd sein. Zu viel Fleisch ist ungesund, aber Fleisch ist doch eisenreich, oder? Hier erfährst du, wie sich eine ausgewogene Ernährung und eine gute Eisenzufuhr vereinen lassen.

Tierisch oder pflanzlich?

In der gesunden Ernährung innerhalb einer ausgewogenen, wie auch gesunden Mischkost, findet sich Eisen entweder als pflanzliches (ionisches Eisen) oder tierisches Häm-Eisen. Dies bedeutet prinzipiell, dass persönliche Vorlieben und Essgewohnheiten hinsichtlich der Eisenzufuhr keine Relevanz spielen. Beachtenswert ist allerdings, dass die Aufnahmewege der unterschiedlichen Eisenverbindungen verschieden sind, wobei pflanzliches Eisen weniger gut aufgenommen wird. Hintergrund ist, dass sich die Transportwege an dieser Stelle mit denen anderer Nährstoffe überschneiden und der Prozess verlangsamt wird. Die Eisenaufnahme von Häm-Eisen aus tierischen Quellen ist dagegen bedeutend effektiver, da die Löslichkeit besser und der Resorptionsweg über die Darmzellen um ein Vielfaches leichter zu bewältigen ist.

Hürden bei der Aufnahme von Eisen

Erschwerend dazu wird die pflanzliche Eisenverwertung durch bestimmte Nahrungsbestandteile oder -mittel, wie Ballaststoffe in Getreide, Kaffee, Milch oder Milchprodukten, behindert. Diese Tatsachen zeigen einerseits deutlich, dass die Ernährung und speziell die verwendeten Nahrungsquellen einen entscheidenden Faktor zur Aufrechterhaltung eines gesunden Eisenspiegels darstellen. Andererseits wird jedoch klar, wie schwierig eine gleichbleibende und hochwertige Eisenversorgung ausschließlich über die Nahrung sicherzustellen ist.

Worin befindet sich gut verwertbares Eisen?

Sehr viel und gut verwertbares Eisen findet sich in rotem Fleisch, Schweineleber, Eigelb oder Blutwurst, aber auch pflanzliche Lebensmittel positionieren sich auf der Rangliste der Eisenlieferanten weit oben. So kommen weiße Bohnen genauso wie Hirse, Cashewkerne und Petersilie, aber auch Vollkorn in die nähere Auswahl. Negativ zu erwähnen ist an dieser Stelle der gleichzeitig durch die Pflanzenteile konsumierte und relativ hohe Anteil an Sekundärstoffen (z.B. Phytate und Tannine), denn hierdurch ist das Eisen schlechter verwertbar. Um die Aufnahme von Eisen in den Körper zu verbessern, sollte eisenhaltige Nahrung stets mit Vitamin C-haltigen Produkten (z.B. Orangensaft, Paprika) eingenommen werden. Vitamin C ist in der Lage, die Verwertung von Eisen durch den Körper um ein Vielfaches zu steigern. Somit muss Vitamin C in der empfohlenen Tagesdosis immer als Zuspieler bedacht werden, wenn die Eisenspiegel schnell angehoben werden sollen.

Und wie mache ich es nun richtig?

Für eine gute Eisenversorgung bietet es sich an, 1–2-mal pro Woche eisenhaltige tierische Produkte, wie eine kleine Portion rotes Fleisch, Schweineleber oder Blutwurst, zu verzehren. Alle Teile eines Tieres zu verwerten hat die westliche Gesellschaft in den letzten Jahren verlernt. Aber der Trend geht zurück dahin, kulinarische Erfüllung in der Zubereitung von Leber und Co. wiederzufinden. Das hilft auch der Umwelt, denn bei der Produktion von Nutztieren fällt eine Menge CO2 an, die den Klimawandel befeuert.

Zudem kann jeder darauf achten, dass die Fleischportionen klein sind. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die eigene Gesundheit. Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass der übermäßige Verzehr von rotem Fleisch die Gesundheit massiv beeinträchtigen kann. Wer jetzt denkt, dann esse ich eben weißes Fleisch, dem sei gesagt, dass dieses zur Eisenversorgung nicht relevant beiträgt.

Zusätzlich kann über eisenreiche pflanzliche Lebensmittel Eisen zugeführt werden. Es sollte auf eine clevere Kombination geachtet werden, damit die Eisenaufnahme erhöht wird. So eine ist zum Beispiel Hirse mit Gemüse oder Cashewkerne kombiniert mit Obst. Man kann zum Vollkornbrot auch ein Glas Saft trinken. Durch diese Kombinationen wird die Eisenaufnahme dank des Vitamin C verbessert.

Für Menschen, die sich überwiegend oder rein pflanzlich ernähren, bleibt es vor allem für Frauen vor der Menopause schwierig, ihren Eisenbedarf zu decken. Wichtig ist auch zu wissen, dass ein bereits bestehender Eisenmangel allein durch die Ernährung häufig nicht ausgeglichen werden kann, auch wenn Fleisch auf dem Speiseplan steht.

 

Ist der Eisenbedarf in der Pubertät erhöht?

Der pubertäre Wachstumsschub ist mit einem erhöhten Eisenbedarf verbunden

Den zweiten großen Wachstumsschub in der Entwicklung erfahren Heranwachsende in der Pubertät. Dadurch ist der Bedarf für viele Nährstoffe erhöht, auch für das Eisen. Was das konkret bedeutet, erfährst du hier.

Zweiter großer Wachstumsschub: Pubertät

Nach dem ersten großen Wachstumsschub zwischen 6 und 24 Monaten, durchlaufen Heranwachsende den nächsten in der Pubertät. Während dieser Phase gibt es große Unterschiede innerhalb der individuellen Entwicklung, aber auch zwischen den Geschlechtern. Dadurch variiert der Nährstoffbedarf sehr – je nach dem individuellen Entwicklungszustand.1,2

Bei Mädchen beginnt das Längenwachstum etwas früher (zwischen 10 und 13 Jahren) als bei Jungen (zwischen 12 und 15 Jahren). Jungen haben mehr Muskelmasse, Skelettmasse und Blutvolumen sowie weniger Fettgewebe als Mädchen. Das pubertäre Wachstum bedingt einen stark erhöhten Bedarf an Energie und Nährstoffen.2,3 

Eisenbedarf bei Teenagern und Jugendlichen

In der Pubertät ist der Bedarf für zahlreiche Nährstoffe erhöht, bei den Mineralstoffen sind vor allem Calcium, Zink und Eisen hervorzuheben2 Für Jungen zwischen 10 und 19 Jahren gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen Referenzwert von 12 mg Eisen/Tag an. Danach sinkt der Wert auf 10 mg/Tag für das restliche Erwachsenenleben. Für Mädchen gibt die DGE einen Wert von 15 mg/ Tag zwischen 10 und 19 Jahren an. Dieser Wert gilt allerdings auch weiter für erwachsene Frauen bis zum Eintritt in die Wechseljahre. Das ist dem monatlichen Blutverlust über die Menstruation verschuldet.4

Hier liegt auch der Grund, weshalb Mädchen in der Pubertät mehr Eisen benötigen als Jungen. Neben dem früheren Einsetzen des Wachstums müssen die zusätzlichen monatlichen Eisenverluste ausgeglichen werden, sobald die Menstruation einsetzt. Mädchen benötigen zwar mehr Eisen, aber auch bei Jungen ist während der Pubertät der Eisenbedarf erhöht. Das liegt am Wachstum von Muskelmasse und Blutvolumen. Dafür werden verstärkt Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und Myoglobin (Muskelprotein) gebildet – diese beiden Moleküle sind eisenhaltig.2,3

Wie wahrscheinlich ist ein Eisenmangel?

Teenager in der Hauptwachstumsphase nehmen häufig zu wenig Eisen auf, vor allem junge Mädchen können den erhöhten Bedarf oftmals nicht decken.3 Die deutsche Ernährungsstudie KiGGS ergab, dass die Gruppen der 6- bis 11-Jährigen und 12- bis 17-Jährigen mehrheitlich nicht die empfohlenen Referenzwerte der DGE erreichten. Besonders stark war die Gruppe der 12- bis 17-jährigen Mädchen betroffen.5

Wie aber kommt es zu einem Eisenmangel bei Teenagern und Jugendlichen? Ursachen können ein vermehrter Verbrauch (etwa durch Blutverluste), Malabsorptionen oder ein erhöhter Bedarf durch das Wachstum sein.1,6 Der weltweit häufigste Grund liegt allerdings in der unzureichenden Eisenaufnahme über die Nahrung. Bei Pubertierenden ist das zumeist einer einseitigen, eisenarmen Ernährung verschuldet.1 Heranwachsende streben zunehmend nach Unabhängigkeit vom Elternhaus, was sich entscheidend auf das Ernährungsmuster und die Lebensmittelauswahl auswirkt. Der Außer-Haus-Verzehr steigt und ein großer Einfluss geht vom Freundeskreis aus. Dadurch konsumieren Jugendliche deutlich mehr Fastfood, Softdrinks und gezuckerte sowie fettige Lebensmittel als Kinder.2

Eisenmangel behandeln – noch besser: vorbeugen

Durch die verheerenden Konsequenzen sollte ein Eisenmangel unbedingt vermieden werden. Neben der Blutbildung schadet ein schwerer, langanhaltender Eisenmangel der geistigen und körperlichen Entwicklung. Eine Abnahme von Konzentration und Aufmerksamkeit sowie von psychomotorischen Fähigkeiten kann die Schulleistung negativ beeinflussen und dem Lernen im Weg stehen.1,2

Das Gute ist: ein diagnostizierter Mangel kann durch Eisensupplemente behandelt werden – die Krankheitszeichen bilden sich dann auch wieder zurück. Supplementiert werden sollte allerdings nur bei einem diagnostizierten Eisenmangel.1

Bevor es überhaupt zu einem Mangel kommt, sollte der Fokus zunächst auf die Ernährung gelenkt werden. Einseitige, kalorienreduzierte und restriktive Diäten sollten dringlichst vermieden werden. Bei der Lebensmittelauswahl sollte auf eisenreiche Kost geachtet werden und Lebensmittel, die die Eisenaufnahme hemmen, minimiert und vermieden werden. Nähere Infos findest du dazu in diesem Blogpost.3,6

Quellen
(1)  Dr. med. Joachim Kunz Eisenmangelanämie, 2011. https://www.kinderblutkrankheiten.de/sites/kinderkrebsinfo/kinderblutkrankheiten/content/e97222/e96941/e96942/e101367/e103858/Eisenmangelanmie.pdf. Thursday, April 13, 2023.
(2)  Aue, K. Gut ernährt durch die Pubertät, Deutsche Apothekerzeitung (DAZ). 2009, p. 79.
(3)  Nielsen, P. Eisenmangel bei Kindern, MMW - Fortschritte der Medizin. 2019, 161, pp. 22–24.
(4)  Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung, Ed. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2nd ed.: Bonn, 2018.
(5)  Mensink, G. B. M.; Haftenberger, M.; Lage Barbosa, C.; Brettschneider, A.-K.; Lehmann, F.; Frank, M.; Heide, K.; Moosburger, R.; Patelakis, E.; Perlitz, H. EsKiMo II - Die Ernährungsstudie als KiGGS-Modul; Robert Koch-Institut, 2021.
(6)  Mattiello, V.; Schmugge, M.; Hengartner, H.; Weid, N. von der; Renella, R. Diagnosis and management of iron deficiency in children with or without anemia: consensus recommendations of the SPOG Pediatric Hematology Working Group, European journal of pediatrics. 2020, 179, pp. 527–545.

Sind Säuglinge und Kinder für einen Eisenmangel gefährdet?

Warum bei Säuglingen und Kindern besonders auf die Eisenzufuhr geachtet werden sollte

In Zeiten des Wachstums ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen besonders wichtig. Mangelt es an dem Mikronährstoff, so hat dies gravierende Folgen für die kindliche Entwicklung und Leistung. Während Neugeborene noch mit gut gefüllten Eisenspeichern zur Welt kommen, sind Säuglinge und Kinder für einen Mangel gefährdet. Erfahre hier alles rund ums Thema Eisenmangel bei Säuglingen und Kindern!

Neugeborene sind zunächst gut abgesichert…

Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt die empfohlene Eisenzufuhr für Säuglinge bis zu vier Monaten bei 0,5 mg/Tag. Ab einem Alter von vier Monaten steigt der Bedarf rapide auf 8 mg/Tag an.1 Wie ist dieser starke Anstieg zu erklären?

Gesunde Neugeborene kommen zunächst mit gut gefüllten Eisenspeichern zur Welt, weil sie über die Plazenta der Mutter versorgt wurden. Hier wird die Bedeutung einer guten Eisenversorgung während der Schwangerschaft deutlich. Durch den Speicher sind Säuglinge für die ersten Monate erstmal gut versorgt. Neigen sich die Vorräte nach dem ersten Lebenshalbjahr dem Ende zu, beginnt ein kritischer Zeitraum. Der Säugling ist dann auf eine verstärkte Zufuhr angewiesen.2 

…ab dem ersten Lebenshalbjahr wird es kritisch

Nach vier bis sechs Monaten sind die kindlichen Eisenspeicher aufgebraucht. Dann bleibt lediglich die Eisenaufnahme aus der Muttermilch. Allerdings sinkt der Eisengehalt der Muttermilch in den ersten sechs Monaten nach der Geburt etwa um die Hälfte. Stillen alleine reicht daher nicht aus, um den Eisenbedarf des schnell wachsenden Säuglings zu decken.2

Spätestens zu Beginn des siebten Lebensmonats (frühestens jedoch nach Vollendigung des vierten Monats) empfehlen Fachgesellschaften die Einführung der Beikost, die als zusätzliche Eisenquelle zur Muttermilch dient. Der klassische Brei aus Fleisch/ Fisch, Gemüse und Kartoffeln liefert gute Eisenmengen. Bei vegetarischer Ernährung sollten eisenhaltige Gemüsesorten und zusätzliche Vitamin-C-Quellen gewählt werden.2,3

Frühgeborene sind besonders für einen Eisenmangel gefährdet

Zu früh geborene Kinder haben bereits bei Geburt ein hohes Risiko für einen Eisenmangel, da ihre Eisenspeicher nur unzureichend gefüllt sind. Gleichzeitig haben sie einen extra hohen Eisenbedarf durch das rasante Wachstum und die früh einsetzende Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Bei Frühgeborenen ist daher in der Regel eine Eisentherapie nötig, um einen schweren Eisenmangel mit all seinen Konsequenzen zu verhindern.4

Rasantes Wachstum zum Kleinkind

Zwischen 6 und 24 Monaten durchläuft das Kind den ersten großen Wachstumsschub, der einen erhöhten Mineralstoff- und Vitaminbedarf zur Folge hat. Gerade in dieser Phase ist das Kleinkind für einen Eisenmangel anfällig. Danach sinkt der Bedarf und steigt erst wieder beim nächsten Wachstumsschub in der Pubertät.4,5 Die DGE gibt als Referenzwerte weiterhin 8 mg/ Tag an, erst zwischen 7 und 10 Jahren ist die empfohlene Zufuhr auf 10 mg/Tag erhöht.1

Ursachen für einen Eisenmangel bei (Klein-)Kindern und Babys

Weltweit ist die häufigste Ursache für einen Eisenmangel die unzureichende Zufuhr über die Nahrung. Das kann etwa durch eine einseitige, eisenarme Ernährung, zu später Einführung der Beikost, ausschließliche Verwendung von Kuhmilch als Säuglingsnahrung oder vegetarischer Ernährung bei Kindern auftreten.5,6

Eine weitere Ursache liegt im gesteigerten Bedarf in den Wachstumsphasen, was sich nicht vermeiden lässt. Chronische Erkrankungen oder andere Gründe können zu einer unzureichenden Eisenaufnahme aus der Nahrung führen oder einen vermehrten Eisenverbrauch zur Folge haben.5,6 Interessant ist auch, dass Fettleibigkeit sich negativ auf die Eisenaufnahme auswirken kann. Das im Fettgewebe produzierte Hormon Leptin stimuliert die Bildung des Proteins Hepcidin. Dieses „Akute-Phase-Protein“, das auch bei Entzündungen im Körper gebildet wird, hemmt die Eisenaufnahme im Darm.6

Leistungsabfall in der Schule: Übeltäter Eisenmangel?

Kinder benötigen ausreichend Eisen zur Bildung von roten Blutkörperchen, um das schnell expandierende Blutvolumen während des Wachstums auszugleichen. Auch für die Muskel- und Gehirnentwicklung wird Eisen benötigt.3 Kommt es während des Wachstums von Säuglingen und (Klein-)Kindern zu einem Eisenmangel, so kann dies zu Verzögerungen und Beeinträchtigung in der geistigen und körperlichen Entwicklung führen. Im schlimmsten Fall entstehen bleibenden Schäden und Spätfolgen.6 Die Kinder haben dann etwa mit Gedächtnisschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsdefiziten zu kämpfen oder haben eine verminderte Leistungsfähigkeit - Das Lernpotenzial kann nicht entfaltet werden.

Neben der Entwicklung wird durch einen Eisenmangel also vor allem die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Eine Eisenmangelanämie (Blutarmut) ist die offensichtlichste Mangelerscheinung. Sie zeigt sich zum Beispiel in schneller Ermüdung, Blässe, brüchigen Nägeln, rissigen Mundwinkeln, Haarausfall, Kopfschmerzen, Atemnot und Schwindel. Kleine Kinder neigen zur Trinkunlust, wohingegen ältere Kinder eher von Appetitlosigkeit oder verändertem, abnormalen Appetit betroffen sein können.7

Quellen
(1)  Deutsche Gesellschaft für Ernährung Referenzwerte Eisen, 2000. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/?L=0. Tuesday, July 27, 2021.
(2)  Biesalski H-K; Bischoff SC; Pirlich M et al. (eds), Eds. Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer; Georg Thieme Verlag, Stuttgart; New York, 2018.
(3)  Eilender, E. Nutrition throughout the lifecycle; Momentum Press: New York [New York] (222 East 46th Street, New York, NY 10017), 2016.
(4)  Nielsen, P. Eisenmangel bei Kindern, MMW - Fortschritte der Medizin. 2019, 161, pp. 22–24.
(5)  Dr. med. Joachim Kunz Eisenmangelanämie, 2011. https://www.kinderblutkrankheiten.de/sites/kinderkrebsinfo/kinderblutkrankheiten/content/e97222/e96941/e96942/e101367/e103858/Eisenmangelanmie.pdf. Thursday, April 13, 2023.
(6)  Olives, J.-P. Causes des déficits en fer chez l’enfant, Archives de pediatrie : organe officiel de la Societe francaise de pediatrie. 2017, 24, 5S2-5S5.
(7)  Gattermann, N.; Muckenthaler, M. U.; Kulozik, A. E.; Metzgeroth, G.; Hastka, J. The Evaluation of Iron Deficiency and Iron Overload, Deutsches Arzteblatt international. 2021, 118, pp. 847–856. 

Symptome eines Eisenmangels

Eisenmangel: Wie äußert sich eine Unterversorgung mit Eisen?

Viele Frauen haben zu niedrige Eisenspiegel im Blut, ohne zunächst überhaupt etwas davon zu ahnen. Die Vielzahl der Symptome beginnt bei unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit und äußert sich in späteren Stadien sichtbar durch Haarausfall.

Was können Anzeichen für einen Eisenmangel sein? Wann sollte ich meine Blutwerte überprüfen lassen?

Viele Frauen haben zu niedrige Eisenspiegel im Blut, ohne zunächst überhaupt etwas davon zu ahnen. Die Vielzahl der Symptome beginnt bei unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit und äußert sich in späteren Stadien sichtbar durch Haarausfall.

Eisenverluste müssen durch die Nahrung ausgeglichen werden

Für eine optimale Versorgung des Körpers mit Eisen sollte sich die Zufuhr am Geschlecht, dem Alter, der Lebenssituation sowie an den individuellen Essgewohnheiten orientieren. Fest steht, dass der Körper nicht in der Lage ist, das Spurenelement selbst zu produzieren, weshalb die täglichen Verluste zunächst über die Nahrung ausgeglichen werden müssen. Liegt der Nachschub von Nahrungseisen längerfristig unter dem Bedarf, gerät der Körper in eine Eisenmangelsituation, die viele Mechanismen beeinträchtigt oder gänzlich stoppt.

Symptome des Eisenmangels

Bleibt diese Situation unbeachtet und ändern sich dazu noch die Lebensgewohnheiten, können sehr unterschiedliche Beschwerden auftreten. Dessen Vielfalt reflektiert wie ein Spiegel jene zahlreichen Funktionen des Eisens und zeigt unmissverständlich, dass wichtige Vorgänge im Körper bei einer Unterversorgung nicht mehr verlässlich ablaufen oder gar einen gesundheitsgefährdenden Kurs einschlagen können. Der Eisenmangel an sich und seine vielgestaltigen Symptome erscheinen zunächst vergleichsweise allgemein, weshalb ein direkter Verdacht auf das Fehlen dieses Spurenelementes unter Umständen erst spät in Erwägung gezogen wird. Wer denkt schon bei Müdigkeit oder rascher Erschöpfung in Verbindung mit Störungen der Konzentration, Gedächtnisleistung oder Aufmerksamkeit gleich an einen Eisenmangel? Spezifischer wird es, wenn sich zudem Haarausfall, brüchige Nägel, blasse Haut und eingerissene Mundwinkel hinzukommen oder eine erhöhte Infektanfälligkeit den Alltag bestimmt. Diese Anzeichen sind typisch für eine Eisenunterversorgung und es sollte gerade bei längerer Beschwerdedauer der Rat eines Arztes/ einer Ärztin hinzugezogen werden.

Diagnose Eisenmangel. Und nun?

Über die Ernährung allein kann ein bestehender Eisenmangel häufig nicht ausgeglichen werden. Frauen und Männer haben tägliche Eisenverluste, die mit einer eisenreichen Ernährung ausgeglichen werden können. Frauen, die menstruieren, verlieren allerdings mit jeder Periode zusätzliche Mengen an Eisen. Die menstrualen Eisenverluste und gleichzeitig einen Mangel mit der Ernährung auszugleichen, gelingt selten. Eisen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist das Mittel der Wahl, um die Eisenspeicher zu füllen. Es gibt sie in allen möglichen Formen und Verbindungen: Tropfen, Lutschtabletten, Brausetabletten und Pulver.

Weiterführende Artikel

Vegetarische und vegane Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit

Was muss ich be­achten, wenn ich mich während meiner Schwanger­­schaft vege­tarisch oder vegan ernähre?

Heutzutage ernähren sich circa eine Milliarde Menschen weltweit vegetarisch oder vegan. Viele Frauen, die sich pflanzlich ernähren, sind häufig von Eisenmangel betroffen. Auf was diese Frauen während ihrer Schwangerschaft und der nachfolgenden Stillzeit besonders achten müssen, erfährst du hier.

Er­höhter Eisen­­mangel in der Schwanger­schaft 

Die Aufnahme des dreiwertigen, pflanzlichen Eisens im Darm ist im Vergleich zum zweiwertigen Eisen in tierischen Produkten erschwert. Zudem enthalten pflanzliche Lebensmittel sowie Eier, Milch und Joghurt relativ wenig Eisen im Vergleich zu rotem Fleisch. Daher sind Frauen im gebärfähigen Alter, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sehr häufig von einem Eisenmangel betroffen. Der Eisenbedarf erhöht sich in Schwangerschaft und Stillzeit, weil das Blutvolumen steigt und Fötus und Plazenta mit Eisen versorgt werden müssen.1

Optimale Ver­­sorgung für Mutter und Kind

Frauen, die sich überwiegend oder rein pflanzlich ernähren, sollten daher bereits Rücksprache mit ihrer Gynäkologin halten, wenn sie einen Kinderwunsch haben. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, weil man dort eine Menge wichtiger Informationen bekommt. Zum Beispiel, dass neben der Eisenversorgung auch eine gute Folsäureversorgung gegeben sein muss. Spätestens aber, wenn eine Vegetarierin oder Veganerin von ihrer Schwangerschaft erfährt, sollte sie den Eisenstatus überprüfen lassen, damit Mutter und Kind optimal versorgt werden.

 

Quellen
(1) Koletzko, B.; Cremer, M.; Flothkötter, M.; Graf, C.; Hauner, H.; Hellmers, C.; Kersting, M.; Krawinkel, M.; Przyrembel, H.; Röbl-Mathieu, M.; Schiffner, U.; Vetter, K.; Weißenborn, A.; Wöckel, A. Diet and Lifestyle Before and During Pregnancy - Practical Recommendations of the Germany-wide Healthy Start - Young Family Network,Geburtshilfe und Frauenheilkunde.2018,78,pp. 1262–1282.

 

Vielfalt am Markt der Eisen­präparate. Welches ist das Richtige für mich?

Auf dem Markt gibt es unzählige Eisen­­präparate? Aber welches ist nun das Richtige?

Das Sortiment der angebotenen Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen ist nahezu grenzenlos. Es stellt sich die Frage, welches Produkt das Richtige ist. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Inhalts­­stoffe

Hinter der Bezeichnung Eisen verbergen sich mehrere biochemische Verbindungen. Eisencarbonat, Eisencitrat, Eisenammoniumcitrat, Eisengluconat, Eisenfumarat, Eisennatriumdiphosphat, Eisenlactat, Eisensulphat, Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat), Eisensaccharat und elementares Eisen. Alle diese Verbindungen dürfen in Nahrungsergänzungsmitteln laut Richtlinien der EU enthalten sein.1 

Nicht alle Verbindungen tragen effektiv zur Eisenversorgung bei

Die Verbindungen Eisensulphat und Eisenfumarat haben eine relative Bioverfügbarkeit von 100. Das bedeutet, sie werden sehr gut im Darm aufgenommen. Eisengluconat, Eisensaccharat und Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat) haben immerhin eine relative Bioverfügbarkeit von mehr als 74. Es wird immer noch ein großer Anteil des Eisens im Darm aufgenommen.
Eisenammoniumcitrat, Eisenlactat und elementares Eisen werden hingegen in deutlich geringeren Mengen im Darm verwertet und zu einem großen Anteil einfach wieder mit dem Stuhl ausgeschieden.2

Ver­schiedene Designs

Eisenpräparate gibt es in allen Farben und Formen. Es gibt sie als Tropfen, Tabletten, Lutschtabletten, Öl, Granulat und als Pulver.
Die meisten Frauen haben bereits ein- oder mehrere Male in Ihrem Leben ein Präparat, meist in Tablettenform, verschrieben bekommen. Es ist keine Seltenheit, dass die Einnahme oft mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden einher geht.
Auch der charakteristische „blutige“ Eisengeschmack macht sich bei vielen Produkten bemerkbar.

Diese Eisen­form ist besonders verträglich

Die Praxis der Anwendung hat gezeigt, dass Präparate in Pulverform mit Geschmacksstoffen sehr angenehm schmecken. Noch dazu gibt es einige Produkte, die eine Mikroverkapselung um das Eisen haben. Dadurch wird das umhüllte Eisen zunächst in den Dünndarm transportiert und dort langsam Stück für Stück verfügbar und vom Darm aufgenommen. Ähnlich wie es auch passiert, wenn Eisen in der Nahrung enthalten ist. Dadurch ist es sehr gut verträglich. Ein Beispiel ist das mikroverkapselte Eisenfumarat. Wichtig ist auch, dass es in der verkapselten Form genau so gut wie ohne Verkapselung im Darm aufgenommen wird.2

 

Quellen
(1) Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union (10.06.2002) Richtline 2002/46/EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Nahrungsergänzungsmittel.
(2) World Health Organisation and Food and Agricultural Organisation of the United Nations Guidelines on food fortification with micronutrients. 2006.

 

Vor­beugen ist besser als heilen

Bin ich Risikokandidatïn für einen Eisenmangel?

In der Theorie kann jedem ein Eisenmangel widerfahren. Es gibt es einige Personengruppen, deren Bedarf erhöht ist oder durch die Ernährung dauerhaft nicht gedeckt werden kann. Erfahre hier, ob du zu den Gruppen gehörst, die oft einen Eisenmangel erleiden. Zudem kannst du herausfinden, wie du dem vorbeugen kannst.

Frauen, die menstruieren

Frauen, die menstruieren, haben einen erhöhten Eisenbedarf. In vielen Fällen leeren sich die Speicher nach und nach, weil der Eisenbedarf höher ist, als die Menge an Eisen, die mit der Nahrung zugeführt wird. Es bietet sich entsprechend an, ein Vitaminpräparat zu nutzen, das als Basisversorgung kleine Mengen Eisen enthält. Wir bewegen uns in der Größenordnung 7 mg Eisen pro Tag. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Mädchen und Frauen zwischen 10 und 51 Jahren 15 mg Eisen pro Tag.1 

Frauen mit sehr starker Menstruation

Frauen, die regelmäßig sehr viel Blut verlieren, scheiden auch deutlich mehr Eisen aus. Ihr Bedarf an Eisen ist entsprechend stark erhöht. Um die Eisenspeicher aufrecht zu erhalten, bietet es sich an, täglich sogar bis zu 14 mg Eisen zuzuführen. Diese Dosierung sollte aber unbedingt in Absprache mit dem/der behandelnden Medizinerïn geklärt werden. Anhand regelmäßiger Blutuntersuchungen kann verfolgt werden, ob die Dosierung stimmt. Denn zu hohe Eisenspiegel im Körper können ebenfalls schädlich sein!

Pflanzliche Ernährung

Bei einer überwiegenden oder sogar strikt pflanzlichen Ernährungsweise muss streng darauf geachtet werden, dass genügend Eisen zugeführt wird. Besonders bei menstruierenden Frauen, die vegetarisch oder vegan leben, tritt in den meisten Fällen ein Eisenmangel ein. Am besten ist es also, regelmäßig kleine Tagesdosen Eisen zuzuführen, wenn die Entscheidung für eine pflanzliche Ernährungsweise getroffen wird.

Männer, die sich viele Jahre strikt vegan ernähren und eventuell regelmäßig zusätzlich Blut spenden, sollten Rücksprache mit dem/der behandelnden Ärztïn halten. Einige vegan lebende Männer werden anhand ihres Blutbildes feststellen, dass das mit der Nahrung zugeführte Eisen nicht ausreicht. Für sie bietet es sich dann ebenfalls an, Basispräparate mit niedrig dosiertem Eisen zuzuführen. An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass die regelmäßige ärztliche Kontrolle und Rücksprache unbedingt erfolgen muss, denn Männer sammeln Eisen im Körper an. Zu hohe Eisenwerte können sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Leistungssportlerïnnen

Wenn ein Körper dauerhaft extreme Leistung vollbringen muss, braucht er mehr Mikronährstoffe. Zudem entstehen höhere Eisenverluste unter anderem auch in Folge von Mikroblutungen. Leistungssportlerïnnen sollten daher regelmäßig ihre Eisenwerte im Blut überprüfen lassen und bei Notwendigkeit mit Eisenpräparaten dafür sorgen, dass ihre Eisenspeicher gut gefüllt sind, damit eine maximale körperliche Leistung möglich ist2

Menschen 70+ Jahre

Menschen, die bereits ein höheres Lebensalter erreicht haben und sich oft abgeschlagen oder müde fühlen, profitieren von einer Mikronährstoffbasisversorgung. Es gibt mehrere Faktoren, die zu einem Mikronährstoffmangel beitragen können. Häufig erhöht sich mit dem Alter auch die Anzahl an Medikamenten, die genommen werden. Medikamente sind oft Mikronährstoffräuber oder entfalten ihre Wirkung besser, wenn bestimmte Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind.3 Zudem verringert sich mit steigendem Alter häufig die Aufnahme bestimmter Vitamine und Mineralstoffe. Bei einigen Menschen kommt es auch zu regelmäßigen leichten Mikroblutungen im Körper, die unbemerkt bleiben. Dadurch bleibt gleichzeitig der erhöhte Eisenverlust maskiert. Ein Blutbild, das die Mikronährstoffversorgung untersucht, gibt Aufschluss - auch auf einen erhöhten Eisenbedarf.

Bei einem erhöhten Eisenbedarf bietet es sich dann an, ein Kombipräparat mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen zu kaufen, dss niedrig dosiertes Eisen enthält. So muss statt 10 Pillen nur eine genommen werden.

 

Quellen
(1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung Referenzwerte Eisen, 2000. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/?L=0. Tuesday, July 27, 2021.
(2) Burden, R. J.; Morton, K.; Richards, T.; Whyte, G. P.; Pedlar, C. R. Is iron treatment beneficial in, iron-deficient but non-anaemic (IDNA) endurance athletes? A systematic review and meta-analysis, British journal of sports medicine. 2015, 49, pp. 1389–1397.

 

Warum brauchen Männer keine Eisensupplemente?

Für Männer gibt es keine generelle Einnahmeempfehlung für Eisensupplemente

Bestimme Personengruppen erleiden aufgrund ihres Alters, Geschlechts oder ihrer Lebensweise häufiger einen Eisenmangel als andere. Warum Männer nicht zu diesen Risikogruppen zählen und eine Eisensupplementierung sogar gefährlich werden kann, erfährst du hier.

Eisenbedarf von Männern

Männer haben im Vergleich zu Frauen einen niedrigeren Bedarf an Eisen. Laut DACH-Referenzwerten liegt dieser bei 10 mg/Tag, WHO/FAO definieren ihn mit 9,1 mg/Tag bei einer Bioverfügbarkeit von 15 %. Wenn die Ernährungsweise hauptsächlich aus Lebensmitteln mit einer niedrigeren Bioverfügbarkeit besteht, also weniger Eisen vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann, steigt der Bedarf weiter an.1 

Warum aber haben Männer einen geringeren Eisenbedarf als Frauen? Bei Männern sind die alltäglichen physiologischen Verluste sehr gering und stellen damit keine besonderen Anforderungen an die Eisenaufnahme über die Nahrung.2 Die Höhe des täglichen Verlustes liegt bei etwa 1 mg.Frauen im gebärfähigen Alter verlieren durch die Menstruation zusätzlich ca. 15 mg Eisen je Monatsblutung. Auf den einzelnen Tag runtergerechnet bedeutet dies einen Verlust von 2 mg – doppelt so hoch wie bei Männern!Gleichzeitig nehmen Frauen durch ihre Ernährungsweise weniger Eisen auf als Männer.Mehr zur Risikogruppe der Frauen findest du hier

Männer stellen keine Risikogruppe dar

Risikogruppen für einen Eisenmangel zeichnen sich durch einen gesteigerten Bedarf, erhöhte Verluste und/ oder eine ungenügende Aufnahme von Eisen aus. Sie erleiden demnach aufgrund ihres Alters, Geschlechts oder Lebensstils häufiger einen Eisenmangel.6 Mehr Informationen erhältst du in diesem Blogpost von uns.

Männer stellen keine generelle Risikogruppe dar und decken den Bedarf an täglichem Eisen sehr gut, wie du im Folgenden erfahren wirst. Nur unter speziellen Bedingungen kann eine Einnahme von Supplementen erforderlich sein. Dazu zählt unter anderem regelmäßiges Blutspenden, bei dem nicht unerhebliche Verluste von ca. 250 mg pro Spende anfallen.7

Die Eisenversorgung ist gesichert…

In der Nationalen Verzehrsstudie (NVS) II erreichten die deutschen Männer für die tägliche Eisenzufuhr einen Median von 14,4 mg. Demnach lag der Median aller Altersklassen über der empfohlenen Zufuhr, besonders gut konnten die 25- bis 34-Jährigen ihren Bedarf decken.5 Beim Vergleich der Daten aus 37 europäischen Ländern von 1995 bis 2016 zeichnete sich das gleiche Bild ab. In allen Ländern war die Eisenversorgung der Männer ausreichend mit einem geschätzten Median von 12,6 mg/Tag. Damit lag die Zufuhr 20 bis 98 % über den länderspezifischen Empfehlungen! Europäische Männer nehmen also ausreichend Eisen auf, um die täglichen Verluste auszugleichen und sind in der Regel nicht von einem Mangel betroffen.2

…sogar mehr als ausreichend

Im Hinblick auf Eisen ist nicht nur ein Mangel problematisch. Auch eine Überdosierung hat negative gesundheitliche Konsequenzen zur Folge.2 Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft Eisen als einen Nährstoff mit hohem Risiko ein. Eine Überdosierung kann akute Folgen sowie schwerwiegende Langzeitschäden bewirken.1 Daher sollten Supplemente nur bei gegebenem Anlass eingenommen werden, was durch Überprüfung der Eisenwerte im Blut festgestellt werden kann.

Bei Männern liegt das Problem nicht in der Bekämpfung von Eisenmangel, sondern der Vorbeugung einer Eisenüberladung. Ein Teil der europäischen Männer (ca. 15 bis 20 %) übersteigt die empfohlene Zufuhr stark. In diesem Ausmaß bestünde über die Zeit die Gefahr einer Eisenüberladung. Neben der fleischbetonten Ernährung kann diese auch durch die genetische „Hämochromatose“ bedingt oder zusätzlich verstärkt werden. Die durch eine Mutation im „HFE“-Gen ausgelöste Eisenspeicherkrankheit ist in nordeuropäischen Populationen recht häufig anzutreffen.2

Fazit: Supplemente? Generell nein, es bleibt aber individuell!

Für Männer besteht keine Einnahmeempfehlung für Eisensupplemente, weil der Bedarf in der Regel sehr gut gedeckt werden kann. Supplementierung von Eisen ohne gegebenen Anlass birgt die Gefahr einer Eisenüberladung mit gravierenden Folgen. Daher gilt für Männer (aber auch generell): Eisenpräparate sollten nicht ohne Weiteres zur Prävention eingenommen werden, sondern nur bei Notwendigkeit (diagnostizierter Mangel, Risikogruppen). Bei männlichen Blutspendern kann eine Supplementierung sinnvoll sein, gleiches gilt für spezielle individuelle Fälle. Wenn du also sicher sein willst, lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung der Blutwerte!

Quellen
(1)  Schümann, K.; Ettle, T.; Szegner, B.; Elsenhans, B.; Solomons, N. W. Risiken und Nutzen der Eisensupplementation: Empfehlungen zur Eisenaufnahme kritisch betrachtet, Perspectives in Medicine. 2014, 2, pp. 19–39. (2)  Milman, N. T. Dietary Iron Intakes in Men in Europe Are Distinctly Above the Recommendations: A Review of 39 National Studies From 20 Countries in the Period 1995 - 2016, Gastroenterology research. 2020, 13, pp. 233–245.
(3)  Silbernagl, S.; Despopoulos, A.; Draguhn, A. Taschenatlas Physiologie, 9th ed.; Georg Thieme Verlag: Stuttgart, New York, 2018.
(4)  Elmadfa, I.; Leitzmann, C. Ernährung des Menschen. 270 Tabellen, 5th ed.; Ulmer: Stuttgart, 2015.
(5)  Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel Nationale Verzehrsstudie 2. Ergebnisbericht, Teil 2. 2008, pp. 135–137.
(6)  Biesalski, H. K. Vitamine, Spurenelemente und Minerale. Indikation, Diagnostik, Therapie, 2nd ed.; Georg Thieme Verlag: Stuttgart, 2019.
(7)  Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt Blutspende: Ohne erhöhte Eisenaufnahme ist die Erholungszeit lang, 2015. https://www.aerzteblatt.de/archiv/172852/Blutspende-Ohne-erhoehte-Eisenaufnahme-ist-die-Erholungszeit-lang. Tuesday, August 23, 2022. 

Wie wird ein Eisen­mangel festgestellt?

Wann das Blut­­bild als verlässlich zu bewerten ist

Der individuelle Eisengehalt und die momentane Eisenversorgung des Körpers können ausschließlich mithilfe einer Blutprobe im Labor ermittelt werden. Wann das Blutbild als verlässlicher und tatsächlicher Ist-Zustand zu bewerten ist, erfährst du hier.

Der Ferritin-Wert (Speichereisen) muss vorliegen

Verbraucht der Körper über einen (un)gewissen Zeitraum mehr Eisen, als durch die Nahrung nachgeliefert wird, bezieht er seinen Eisenbedarf zunächst aus dem Speicher, welcher durch den Ferritin-Wert zu bestimmen ist. Anhand des Ferritin-Wertes können Ärztïnnen feststellen, ob die Eisenvorräte des Körpers bereits angebrochen oder gar verbraucht sind. Ist dieser Wert zu niedrig, liegt vorerst ein Eisenmangel vor. Die nächste nutzbare Eisenquelle findet sich im Transport-Eisen (dem sog. Transferrin), mit welchem das Eisen durch die Blutbahn von Zelle zu Zelle befördert wird. Eine zu niedrige Transferrinsättigung bedeutet, dass zu wenig Eisen im Körper transportiert wird und damit den Zellen automatisch zu wenig Eisen zur Verfügung steht.

Der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert, Blut-Eisen) muss vorliegen

Bereits in dieser Unterversorgung werden die körperlichen Symptome spürbar, sodass eine Reaktion zwingend erforderlich ist. Der finale Anzeiger des Eisengehaltes im Körper wird mit dem Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) angegeben, welcher in letzter Instanz die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut und somit den Sauerstofftransport aufrechterhält. Ist dieser Wert beständig zu niedrig, liegt eine Anämie (Blutarmut) vor und es findet sich so gut wie kein Eisen zur Aufrechterhaltung der Funktionen mehr im Körper.

Die Bestimmung eines Eisenmangels ausschließlich über den Hb-Wert ist im heutigen Praxisalltag zwar gängig und mitunter legitim, verrät jedoch nichts Verbindliches zum tatsächlichen Zustand des Eisens im Körper. Aus diesem Grund ist ein Abbild des Eisenhaushaltes sowohl mit Speicher- als auch Blut-Eisen (Ferritin- und Hb-Wert) sinnvoll, denn nur beide Werte zeigen ganzheitlich den Ist-Zustand der Eisenmenge im Körper an.

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Bildquelle: Burgerstein, Handbuch Nährstoffe, 12. Auflage 2012