Wie wird ein Eisenmangel festgestellt?
Eisenmangel Ratgeber
Wann das Blutbild als verlässlich zu bewerten ist
Der individuelle Eisengehalt und die momentane Eisenversorgung des Körpers können ausschließlich mithilfe einer Blutprobe im Labor ermittelt werden. Wann das Blutbild als verlässlicher und tatsächlicher Ist-Zustand zu bewerten ist, erfährst du hier.
Der Ferritin-Wert (Speichereisen) muss vorliegen
Verbraucht der Körper über einen (un)gewissen Zeitraum mehr Eisen, als durch die Nahrung nachgeliefert wird, bezieht er seinen Eisenbedarf zunächst aus dem Speicher, welcher durch den Ferritin-Wert zu bestimmen ist. Anhand des Ferritin-Wertes können Ärztïnnen feststellen, ob die Eisenvorräte des Körpers bereits angebrochen oder gar verbraucht sind. Ist dieser Wert zu niedrig, liegt vorerst ein Eisenmangel vor. Die nächste nutzbare Eisenquelle findet sich im Transport-Eisen (dem sog. Transferrin), mit welchem das Eisen durch die Blutbahn von Zelle zu Zelle befördert wird. Eine zu niedrige Transferrinsättigung bedeutet, dass zu wenig Eisen im Körper transportiert wird und damit den Zellen automatisch zu wenig Eisen zur Verfügung steht.
Der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert, Blut-Eisen) muss vorliegen
Bereits in dieser Unterversorgung werden die körperlichen Symptome spürbar, sodass eine Reaktion zwingend erforderlich ist. Der finale Anzeiger des Eisengehaltes im Körper wird mit dem Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) angegeben, welcher in letzter Instanz die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut und somit den Sauerstofftransport aufrechterhält. Ist dieser Wert beständig zu niedrig, liegt eine Anämie (Blutarmut) vor und es findet sich so gut wie kein Eisen zur Aufrechterhaltung der Funktionen mehr im Körper.
Die Bestimmung eines Eisenmangels ausschließlich über den Hb-Wert ist im heutigen Praxisalltag zwar gängig und mitunter legitim, verrät jedoch nichts Verbindliches zum tatsächlichen Zustand des Eisens im Körper. Aus diesem Grund ist ein Abbild des Eisenhaushaltes sowohl mit Speicher- als auch Blut-Eisen (Ferritin- und Hb-Wert) sinnvoll, denn nur beide Werte zeigen ganzheitlich den Ist-Zustand der Eisenmenge im Körper an.
Bildquelle: Burgerstein, Handbuch Nährstoffe, 12. Auflage 2012